Deutschland · Sicherheitsmitarbeiter/in
Dein Handbuch für den Sicherheitsdienst
Rechtliche Grundlagen, sicherer Arbeitsalltag und Vorbereitung auf § 34a.

Handbuch / 1.0
Geltungsbereich dieser Ausgabe
Unabhängiges Lernhandbuch von Get Licensed, herausgegeben von Get Licenced LLC. Es erklärt ausgewählte Grundlagen für allgemeine Bewachungsaufgaben. Fachliche Unterweisung, anerkannte Qualifikationen, mündliche Prüfung und individuelle Rechtsberatung bleiben eigenständige Anforderungen. Keine IHK-Zulassung oder behördliche Anerkennung dieses Materials wird behauptet. Stand 20. September 2026; prüfe spätere Änderungen über die Quellen.
Deutschland. Bundesrecht bildet die Grundlage; zuständige Behörden, örtliche Regeln und konkrete Aufträge ergänzen den Rahmen.
Zuständige Gewerbebehörde und Industrie- und HandelskammerKapitel 01
Dein Weg in den Sicherheitsdienst
Aufgabe, Qualifikation und behördliche Prüfung gehören zusammen.
Kläre zuerst, welche Tätigkeit du tatsächlich übernehmen sollst. § 34a GewO unterscheidet zwischen Aufgaben, für die eine IHK-Unterrichtung oder ein anerkannter gleichwertiger Nachweis ausreichen kann, und Tätigkeiten mit Sachkundeprüfung. Dazu zählen Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlichem öffentlichem Verkehr, der Schutz vor Ladendieben und der Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken. Bei Flüchtlingsunterkünften und zugangsgeschützten Großveranstaltungen nennt das Gesetz außerdem bestimmte leitende Funktionen.
Die Unterrichtung umfasst mindestens 40 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Deutschkenntnisse auf mindestens B1-Niveau, vollständige Teilnahme und nachgewiesenes Verständnis sind vorgeschrieben. Die IHK prüft das Verständnis im Unterricht. Die Sachkundeprüfung ist ein eigener Weg mit schriftlichem und mündlichem Teil. Ein Vorbereitungskurs und ein Lernquiz verleihen für sich genommen keine Einsatzberechtigung.
Vor dem ersten Einsatz müssen Arbeitgeber und zuständige Behörde auch Zuverlässigkeit, erforderliche Nachweise und Registrierung klären. Eine Stellenbezeichnung allein beschreibt diese Anforderungen selten vollständig. Frage nach Einsatzort, Aufgaben, Schicht und Verantwortungsbereich. Anerkannte Ausnahmen und gleichwertige Abschlüsse prüft die zuständige Stelle.
Für die Sachkundeprüfung gilt: Der schriftliche Teil braucht mindestens 60 von 120 Punkten. Auch der mündliche Teil muss gesondert mit mindestens 50 Prozent bestanden werden. Bereite beide Teile vor und übe rechtliche Begründungen auf Deutsch.
- Tätigkeit schriftlich beschreiben lassen.
- Qualifikationsweg mit Arbeitgeber und IHK abgleichen.
- Behördliche Freigabe vor dem Einsatz klären.
In der Praxis
Ein neuer Auftrag
Du hast die Unterrichtung abgeschlossen. Ein Arbeitgeber möchte dich als Kaufhausdetektiv einsetzen.
Weise auf die Sachkundeanforderung hin und kläre den erforderlichen Nachweis vor Arbeitsbeginn.
Warum das wichtig istDer Schutz vor Ladendieben gehört zu den ausdrücklich in § 34a genannten Tätigkeiten.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizIHK HannoverIHK Karlsruhe
Kapitel 02
Auftrag und öffentliche Aufgaben
Dein Auftrag legt fest, wofür du verantwortlich bist.
Sicherheitsmitarbeitende schützen Menschen, Sachen und vereinbarte Betriebsabläufe. Im Alltag bedeutet das: aufmerksam beobachten, Gefahren melden, Zugang nach rechtmäßigen Regeln organisieren und Hilfe verständigen. § 34a Absatz 5 GewO begrenzt die Befugnisse gegenüber Dritten auf allgemeine Rechte, vertraglich übertragene Selbsthilferechte und gegebenenfalls ausdrücklich gesetzlich übertragene Befugnisse. Die Erforderlichkeit bleibt bei ihrer Ausübung maßgeblich.
Eine Uniform, ein Dienstausweis oder die bestandene Prüfung schafft keine allgemeine Polizeibefugnis. Kläre die Grenzen deines Einsatzbereichs, die Weisungskette und die zuständige Polizei. Bei unklaren Anweisungen frage vor der Ausführung nach der Rechtsgrundlage. Ein Auftraggeber kann mit einer Dienstanweisung die gesetzlichen Grenzen nicht erweitern.
Praktisch hilft eine kurze Prüfung: Was habe ich selbst wahrgenommen? Welche konkrete Gefahr besteht? Welche rechtmäßige Maßnahme ist erforderlich? Wer muss entscheiden oder helfen? Halte Beobachtungen und Maßnahmen nachvollziehbar fest. Allgemeine Überwachungsaufgaben und besondere hoheitliche Übertragungen müssen im Auftrag klar unterschieden werden.
- Befugnisse vor dem Einsatz klären.
- Bei unklarer Zuständigkeit Vorgesetzte hinzuziehen.
- Beobachtung, Entscheidung und Handlung dokumentieren.
In der Praxis
Unklare Anweisung
Ein Kunde verlangt, dass du auf der Straße routinemäßig Ausweise einziehst.
Bitte um Klärung der gesetzlichen Grundlage und eskaliere die Anweisung an deine Einsatzleitung.
Warum das wichtig istEin privater Auftrag begründet keine allgemeine hoheitliche Ausweiskontrolle.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
Kapitel 03
Zutritt, Hausrecht und Einwilligung
Zugangskontrollen brauchen klare Regeln und einen respektvollen Ablauf.
Das Hausrecht ermöglicht dem Berechtigten, den Zutritt innerhalb gesetzlicher Grenzen zu regeln. Als Sicherheitsmitarbeiter handelst du im Umfang des übertragenen Auftrags. Prüfe Besuchsliste, Ausweise oder Berechtigungen so, wie es die rechtmäßigen Regeln des Standorts vorsehen. Erkläre eine fehlende Voraussetzung ruhig und biete den vorgesehenen Klärungsweg an.
Eine Taschenkontrolle setzt bei einem gewöhnlichen privaten Zugangsvorgang die freiwillige Mitwirkung der betroffenen Person voraus. Ein Schild oder ein Hausrechtsauftrag schafft keine allgemeine Befugnis zur erzwungenen Durchsuchung. Wird die Kontrolle abgelehnt, kläre den rechtmäßigen weiteren Zugangsvorgang mit der verantwortlichen Stelle. Bloße Ablehnung begründet für sich keine Festnahme.
Zutrittsentscheidungen müssen die anwendbaren Diskriminierungsverbote beachten. § 19 AGG schützt bei bestimmten zivilrechtlichen Geschäften unter anderem vor Benachteiligungen wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Behinderung. Wende sachliche, rechtmäßige Kriterien konsistent an. Halte fest, welche konkrete Zutrittsvoraussetzung fehlte und wer die Entscheidung getroffen hat.
Prüfe vor einer freiwilligen Kontrolle den konkreten Umfang und die Zustimmung. Bei einem fehlenden Ausweis nutze das festgelegte Ersatzverfahren; ein bekannter Name oder ein geliehener Ausweis ersetzt die Berechtigung nicht. Dokumentiere freigegebene Ausnahmen und übergib offene Fragen mit dem bisherigen Prüfstand und dem zuständigen Entscheider. Bei bestrittenem Hausverbot kläre Grundlage und Geltungsbereich.
- Auftrag und Hausordnung lesen.
- Freiwilligkeit einer Kontrolle achten.
- Sachlichen Ablehnungsgrund dokumentieren.
In der Praxis
Besuch ohne Anmeldung
Eine Besucherin steht nicht auf der Liste und lehnt eine Taschenkontrolle ab.
Kontaktiere die zuständige Ansprechperson und erläutere den vorgesehenen Zugangsvorgang.
Warum das wichtig istHausrecht, Einwilligung und andere gesetzliche Grenzen gelten gleichzeitig.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
Kapitel 04
Festnahme, Notwehr und Notstand
Kenne die Voraussetzungen, bevor du in Rechte eingreifst.
§ 127 Absatz 1 StPO erlaubt eine vorläufige Festnahme unter bestimmten engen Voraussetzungen: Eine Person wird auf frischer Tat betroffen oder verfolgt und ist fluchtverdächtig oder ihre Identität kann nicht sofort festgestellt werden. Eine Vermutung, ein Gerücht oder ein bloßes Unbehagen erfüllt diese Voraussetzungen nicht automatisch. Sichere Beobachtungen sind für jede Beurteilung entscheidend.
Notwehr nach § 32 StGB betrifft die erforderliche Verteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auf dich oder eine andere Person. § 34 StGB betrifft eine gegenwärtige, anders nicht abwendbare Gefahr und verlangt eine Interessenabwägung sowie eine angemessene Handlung. Diese Regeln haben unterschiedliche Voraussetzungen. Ein abgeschlossener Streit rechtfertigt keine nachträgliche Bestrafung durch Sicherheitsmitarbeitende.
Bei einer Lage mit Gewaltpotenzial organisiere früh Unterstützung und behalte die Sicherheit aller Beteiligten im Blick. Dieses Kapitel vermittelt rechtliche Orientierung. Körperliche Maßnahmen, sichere Anwendung und Einsatzentscheidungen erfordern eine geeignete praktische Ausbildung, betriebliche Regeln und die Prüfung des konkreten Falls. Informiere die Polizei und dokumentiere zeitnah den Ablauf sowie Hilfeleistungen.
Bei § 34 muss das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegen; prüfe dabei Gefahr, Alternativen und Angemessenheit. Nach einer vorläufigen Festnahme dient das weitere Vorgehen der zügigen Übergabe an zuständige Stellen. Halte selbst beobachtete Fakten, Zeiten und die Begründung deiner Maßnahmen fest. Verletzte brauchen erforderliche und zumutbare Hilfe auch dann, wenn gegen sie ein Verdacht besteht.
- Beobachtete Tatsachen von Vermutungen trennen.
- Aktuelle Gefahr und Rechtsgrundlage prüfen.
- Unterstützung anfordern und zeitnah dokumentieren.
In der Praxis
Ein unbestimmter Verdacht
Ein Kollege meint, eine Person sehe wie jemand aus einem früheren Vorfall aus.
Sammle konkrete Beobachtungen und kontaktiere bei Bedarf die zuständige Stelle.
Warum das wichtig istDie Voraussetzungen einer vorläufigen Festnahme müssen im aktuellen Fall vorliegen.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
Kapitel 05
Personendaten und Kamerabilder
Verarbeite Informationen nur für einen festgelegten, rechtmäßigen Zweck.
Besucherlisten, Kennzeichen, Vorfallsberichte und Kamerabilder können personenbezogene Daten enthalten. Die DSGVO verlangt unter anderem Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, begrenzte Speicherung und Sicherheit. Erhebe nur die Angaben, die für den zugewiesenen Zweck erforderlich sind. Folge den Vorgaben des Verantwortlichen und frage bei Zweifeln die Datenschutz-Ansprechperson.
Ein Kamerazugang ist eine Verantwortung. Nutze Bilder nur für die freigegebene Aufgabe, schütze Zugangsdaten und beachte die festgelegten Aufbewahrungs- und Exportregeln. Private Handyaufnahmen vom Monitor oder Nachrichten an Freunde schaffen zusätzliche, häufig unzulässige Verarbeitungen. Eine Aufnahmekapazität bestimmt keine zulässige Speicherdauer.
Bei einem verlorenen Gerät, einem falsch versandten Bericht oder unberechtigtem Zugriff melde den Vorfall sofort intern. Der Verantwortliche bewertet Meldepflichten und weitere Schritte. Auskunfts- und Löschanfragen werden über den vorgesehenen Prozess bearbeitet. Sichere Informationen für Ermittlungen nach autorisierten Anweisungen und protokolliere den Zugriff.
Betroffene müssen die vorgesehenen Informationen zur Datenverarbeitung erhalten, darunter Verantwortlicher und Zweck. Prüfe bei einer Herausgabe die Berechtigung des Empfängers und protokolliere die zulässige Übermittlung. Verwende sichere dienstliche Kanäle und begrenze den Zugriff. Ein Übermittlungsfehler muss sofort nach dem internen Verfahren gemeldet werden, damit die zuständige Stelle weitere Schritte bewerten kann.
- Bildschirm sperren und Zugangsdaten schützen.
- Nur erforderliche Daten aufnehmen.
- Datenschutzvorfälle sofort intern melden.
In der Praxis
Ein interessanter Clip
Ein Bekannter bittet um ein Kamerabild eines prominenten Besuchers.
Lehne die Weitergabe ab und halte dich an den dienstlichen Freigabeprozess.
Warum das wichtig istNeugier schafft keinen rechtmäßigen Verarbeitungszweck.
Offizielle Quellen: European UnionDatenschutzkonferenz
Kapitel 06
Kommunikation und nachvollziehbare Berichte
Ruhige Sprache hilft dir, Informationen zu gewinnen und Konflikte zu begrenzen.
Beginne mit einer klaren Vorstellung und einer kurzen Erklärung des Anliegens. Höre zu, stelle eine Frage nach der anderen und lasse Zeit für die Antwort. Ein leiserer Bereich, einfache Formulierungen oder eine geeignete Sprachhilfe können das Verständnis erleichtern. Vermeide Annahmen über Absichten aufgrund von Kleidung, Herkunft, Behinderung oder Sprache.
Bei einem Konflikt helfen sachliche Grenzen, überschaubare Wahlmöglichkeiten und frühzeitige Unterstützung. Halte Flucht- und Rettungswege frei und wahre einen sicheren Abstand entsprechend deiner Ausbildung. Verteile Gesprächsaufgaben im Team. Drohungen, Beschämung oder ein Wettstreit um Autorität können die Lage verschärfen.
Ein guter Bericht enthält Zeit, Ort, konkrete Beobachtungen, wörtlich gekennzeichnete Aussagen, getroffene Maßnahmen und informierte Stellen. Trenne eigene Wahrnehmung von Angaben anderer. Kennzeichne Unsicherheit und korrigiere Fehler nachvollziehbar. Teile personenbezogene Angaben nur mit berechtigten Empfängern. Übe dieselbe Struktur auch in kurzen Funkmeldungen und bei der Schichtübergabe.
- Beschreibe Verhalten statt Etiketten.
- Kennzeichne Fremdaussagen.
- Notiere Zeit und Inhalt wichtiger Meldungen.
In der Praxis
Zwei widersprüchliche Aussagen
Zwei Besucher beschreiben denselben Vorfall unterschiedlich.
Notiere beide Aussagen mit ihrer Herkunft und daneben deine eigenen Beobachtungen.
Warum das wichtig istDie Trennung von Quellen macht den Bericht nachvollziehbar.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizEuropean Union
Kapitel 07
Gefahren, Notfälle und Erste Hilfe
Deine erste Aufgabe ist ein sicherer, geordneter Ablauf.
Prüfe vor dem Einsatz die örtlichen Gefahren, Alarmwege, Treffpunkte, Rettungswege und vorhandenen Hilfsmittel. Beschäftigte müssen nach ihren Möglichkeiten und der Unterweisung für die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer sorgen. Unmittelbare erhebliche Gefahren und Defekte an Schutzsystemen sind unverzüglich dem Arbeitgeber oder zuständigen Vorgesetzten zu melden.
Bei Unfall oder akuter Gefahr alarmiere die vorgesehenen Stellen und den Rettungsdienst. In Deutschland erreicht 112 Feuerwehr und Rettungsdienst; 110 ist der Polizeinotruf. Beschreibe Ort, Ereignis, erkennbare Gefahren und betroffene Personen. Folge den Rückfragen und Anweisungen der Leitstelle. Hilf im Rahmen deiner Fähigkeiten und Ausbildung, ohne erhebliche Eigengefährdung.
§ 323c StGB verpflichtet unter seinen Voraussetzungen zur zumutbaren Hilfe und schützt Hilfeleistende vor Behinderung. Halte Zufahrten frei und weise eintreffende Kräfte ein. Feuerbekämpfung, elektrische Anlagen und medizinische Maßnahmen verlangen jeweils geeignete Ausbildung und sichere Bedingungen. Eine Lernfrage ersetzt die praktische Einweisung und Erste-Hilfe-Ausbildung nicht.
- Alarmwege vor Schichtbeginn kennen.
- Gefahren und Defekte sofort melden.
- Rettungswege und Zufahrten freihalten.
In der Praxis
Defekter Notausgang
Du entdeckst eine blockierte Rettungstür bei einem Rundgang.
Melde den Mangel sofort und veranlasse nach Standortverfahren eine sichere Abhilfe.
Warum das wichtig istGefahren und Defekte an Schutzsystemen müssen unverzüglich gemeldet werden.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesamt für Bevölkerungsschutz und KatastrophenhilfeBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Kapitel 08
Technik und Ausrüstung
Nutze nur freigegebene Geräte, für die du eingewiesen bist.
Zugangssysteme, Einbruchmeldungen, Brandmeldungen und Funkgeräte unterstützen den Dienst. Verstehe, was ein Signal bedeutet, welche Rückfragen nötig sind und wer eine Anlage bedienen oder zurücksetzen darf. Eine Meldung ist zunächst eine Information, deren Bedeutung nach dem vorgesehenen Verfahren geprüft werden muss. Manipuliere keine Schutzfunktion, um eine Störung zu verdecken.
Prüfe Funkgerät, Ladezustand, Schlüssel, Beleuchtung und gegebenenfalls persönliche Schutzausrüstung bei der Übergabe. Melde fehlende oder defekte Ausrüstung. Bei Alleinarbeit gelten die festgelegten Rückmelde- und Alarmverfahren. Ein ausgefallenes Kommunikationsmittel kann eine Änderung des Einsatzes erfordern.
Bewaffnete Tätigkeiten unterliegen zusätzlichen rechtlichen Anforderungen. Eine § 34a-Qualifikation erteilt keine allgemeine Waffenberechtigung. Die Entscheidung über Anschaffung, Mitführen, Aufbewahren oder Verwenden einer Waffe benötigt eine gesonderte rechtliche und betriebliche Prüfung. Dieses Handbuch enthält dafür keine Anwendungstechniken. Nutze ausschließlich die für deinen Auftrag ausdrücklich freigegebene Ausrüstung.
Für bewaffnete Bewachung gelten zusätzliche Anforderungen. § 28 WaffG bindet das Führen an einen konkreten, entsprechend begründeten Bewachungsauftrag. Wachpersonen müssen der Behörde benannt werden; die Überlassung von Schusswaffen oder Munition setzt ihre Zustimmung voraus. Kläre Erlaubnisse und Qualifikation vor jeder Übernahme. Dieses Kapitel vermittelt keine Waffenhandhabung.
Prüfe bei Funkgeräten insbesondere Stromversorgung, vereinbarten Kanal und Verbindung. Eine Störungsmeldung nennt Gerät, genauen Ort, Zeitpunkt und beobachteten Fehler. Sichtbare Kamerabilder können lückenhaft sein; dokumentiere deshalb auch Bildgrenzen. Exportiere Aufnahmen ausschließlich für einen freigegebenen Zweck über das vorgesehene Verfahren und schütze den Zugriff.
- Funktionsprüfung dokumentieren.
- Störungen melden und Ersatz klären.
- Besondere Ausrüstung gesondert freigeben lassen.
In der Praxis
Funkgerät ohne Verbindung
Dein Funkgerät erreicht vor einem Alleinrundgang die Leitstelle nicht.
Melde die Störung und kläre ein funktionierendes Kommunikations- und Alarmverfahren vor dem Rundgang.
Warum das wichtig istArbeitsmittel und Schutzverfahren müssen für den Einsatz geeignet sein.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizEuropean UnionDatenschutzkonferenz
Kapitel 09
Schichtarbeit und berufliche Verantwortung
Plane Erholung, Übergabe und Fortbildung bewusst ein.
Schichtpläne, tatsächliche Arbeitszeiten und Pausen sollten nachvollziehbar sein. Als Grundregel sieht § 4 ArbZG bei mehr als sechs bis neun Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten Pause und bei mehr als neun Stunden 45 Minuten vor. § 5 nennt grundsätzlich elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit. Gesetzlich zugelassene Abweichungen und anwendbare Tarifregelungen müssen für den konkreten Einsatz geprüft werden.
Besprich Übermüdung, fehlende Ablösung oder ungeklärte Arbeitszeiten frühzeitig mit der Einsatzleitung. Übergib Schlüssel, offene Vorfälle, Gefahren und ausstehende Maßnahmen strukturiert. Persönliche Informationen gehören in die vorgesehenen dienstlichen Systeme. Prüfe im Arbeitsvertrag und gegebenenfalls im Tarifvertrag Einsatzort, Vergütung, Zuschläge und Arbeitszeitregelungen.
Qualifikation und laufende Eignung sind getrennte Fragen. Die Behörde überprüft die Zuverlässigkeit regelmäßig; § 34a sieht spätestens nach fünf Jahren eine erneute Überprüfung vor. Aufgabe, besondere Qualifikationen und betriebliche Unterweisungen können sich ändern. Halte deine Nachweise geordnet und melde Änderungen über den vereinbarten Weg.
Ruhepausen können nach § 4 in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander darf grundsätzlich nicht ohne Ruhepause gearbeitet werden. Die Planung muss eine tatsächliche Unterbrechung ermöglichen; kläre Ablösung und Erreichbarkeit. Eine nachträglich eingetragene, tatsächlich nicht genommene Pause erfüllt diesen Zweck nicht.
- Arbeitszeit und Pause nachvollziehbar festhalten.
- Ablösung und Übergabe verbindlich klären.
- Änderungen von Aufgabe oder Nachweisen prüfen.
In der Praxis
Eine fehlende Ablösung
Deine Ablösung fehlt und eine weitere Schicht würde die Erholung gefährden.
Kontaktiere die Einsatzleitung, dokumentiere die Lage und kläre eine sichere, rechtmäßige Besetzung.
Warum das wichtig istArbeitszeit, Erholung und sichere Besetzung müssen gemeinsam organisiert werden.
Offizielle Quellen: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für JustizBundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
Kapitel 10
So nutzt du die Prüfungsvorbereitung
Übe Wissen, Begründung und verständliche deutsche Antworten.
Der schriftliche Teil der Sachkundeprüfung umfasst seit 1. Juli 2025 82 Aufgaben, 120 Minuten und maximal 120 Punkte. Zum Bestehen werden mindestens 60 Punkte benötigt. Aufgaben können eine oder zwei richtige Antworten haben. Jede richtige Markierung zählt einen Punkt; wer mehr Antworten markiert, als richtige Lösungen vorhanden sind, erhält für die Aufgabe null Punkte.
Der mündliche Teil folgt erst nach bestandenem schriftlichen Teil und dauert ungefähr 15 Minuten pro Person. Auch dort werden mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte benötigt. Bereite dich darauf vor, eine Situation in eigenen Worten zu erklären: Beobachtung, Rechtsgrundlage, Grenzen, sichere Handlung und Meldung. Die Prüfungssprache ist Deutsch; die englische Ausgabe dieses Handbuchs dient als zusätzliche Lernhilfe.
Die Übungen von Get Licensed enthalten eigenständig formulierte Fragen. Aufgabenzahl, Zeit und Punktesystem folgen dem veröffentlichten Format; die Themenverteilung unserer Übung ist redaktionell festgelegt. Originalaufgaben, mündliche Bewertung und vollständige Lehrplanabdeckung werden damit nicht zugesichert. Nach der Auswertung lies die verknüpften Kapitel und Originalquellen zu deinen schwächeren Themen.
- Mehrfachauswahl und Punktezahl beachten.
- Begründungen laut auf Deutsch üben.
- Unsichere Themen mit IHK-Material und Unterricht vertiefen.
In der Praxis
Die Zeit einteilen
Du bleibst an einer einzelnen Frage hängen.
Markiere sie zur späteren Prüfung und bearbeite zunächst die übrigen Aufgaben.
Warum das wichtig istEine bewusste Zeiteinteilung hilft, den gesamten schriftlichen Bogen zu bearbeiten.
Offizielle Quellen: IHK HannoverIHK ChemnitzIHK Karlsruhe
Ihr Prüfungsweg
§ 34a: schriftliches Prüfungstraining
82 eigene Fragen, 120 Minuten und 120 Punkte nach dem veröffentlichten schriftlichen Format. Die Themenverteilung ist redaktionell von Get Licensed festgelegt; sie bildet keine verifizierte IHK-Themengewichtung ab.
Im schriftlichen Teil sind 60 von 120 Punkten nötig. Jede richtig gewählte Antwort bringt einen Punkt. Werden mehr Antworten markiert, als richtige vorhanden sind, zählt die gesamte Frage null. Bei einer Zweipunktfrage bringt eine richtige und eine falsche Markierung einen Punkt. Eine vollständig richtige Auswahl bringt zwei Punkte.
Weitere Schulungs- und Prüfungsanforderungen
Auch der gesonderte mündliche Teil muss mit mindestens 50 Prozent bestanden werden. Er dauert ungefähr 15 Minuten je Prüfling. Das Quiz ersetzt weder diese Prüfung noch die Prüfung persönlicher und behördlicher Voraussetzungen. Die IHK-Prüfung findet auf Deutsch statt.
Wissen prüfenVor Schichtbeginn
- Auftrag, Einsatzgrenzen und aktuelle Anweisungen lesen.
- Eigene Qualifikation und Freigabe für die Aufgabe prüfen.
- Funk, Alarmmittel und sichere Rückmeldung prüfen.
- Fluchtwege, Erste-Hilfe-Mittel und Notrufzugang kennen.
- Offene Ereignisse aus der vorherigen Schicht übernehmen.
- Zutrittsregeln verständlich und gleichmäßig anwenden.
- Fakten, Maßnahmen und Meldungen zeitnah dokumentieren.
- Pausen und Ablösung mit der Einsatzplanung klären.
- Daten, Schlüssel und Zugangsmedien geschützt übergeben.
Feuerwehr und Rettungsdienst
Ort, Ereignis und erkennbare Gefahren nennen. Rückfragen abwarten. Interne Alarmwege zusätzlich beachten.
Wichtige Begriffe
- Sicherheitsmitarbeiter/in
- Gebräuchliche Berufsbezeichnung; die konkreten Aufgaben bestimmen die Anforderungen.
- Unterrichtung
- IHK-Verfahren mit mindestens 40 Unterrichtseinheiten, Teilnahme und Verständnisprüfung.
- Sachkundeprüfung
- Schriftliche und mündliche IHK-Prüfung für die in § 34a genannten Tätigkeiten.
- Zuverlässigkeit
- Behördlich geprüfte persönliche Voraussetzung für bestimmte Bewachungstätigkeiten.
- Hausrecht
- Recht, den Zugang und die Nutzung von Räumen innerhalb gesetzlicher Grenzen zu bestimmen.
- Notwehr
- Erforderliche Verteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff nach § 32 StGB.
- Rechtfertigender Notstand
- Rechtfertigung unter den Voraussetzungen der Gefahr, Abwägung und Angemessenheit nach § 34 StGB.
- Vorläufige Festnahme
- Zeitlich begrenzter Eingriff unter den Voraussetzungen von § 127 StPO.
- Dienstanweisung
- Beschreibung des Auftrags, der Abläufe und der Meldewege innerhalb des Rechts.
- Leitstelle
- Stelle zur Koordination, Alarmbearbeitung und Weitergabe von Informationen.
- Datenminimierung
- Beschränkung personenbezogener Daten auf das für den Zweck notwendige Maß.
- Ruhepause
- Im Voraus feststehende Arbeitsunterbrechung nach den geltenden Arbeitszeitregeln.
Offizielle Quellen
Quellen geprüft: 2026-09-20 · Nächste Quellenprüfung: 2026-12-20
- Gewerbeordnung § 34a
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Bewachungsverordnung § 6
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Sachkundeprüfung Bewachungsgewerbe
IHK Hannover · 2026-09-20 · Seit 1. Juli 2025: 82 Fragen und 120 Punkte; ein Punkt je richtig gewählter Antwort, bei zu vielen Markierungen null Punkte.
- Neue Bewertungsregeln in der Sachkundeprüfung Bewachungsgewerbe
IHK Chemnitz · 2026-09-20
- Prüfungsordnung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe
IHK Karlsruhe · 2026-09-20
- Bewachungsverordnung, Anlage 2
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Bürgerliches Gesetzbuch § 903
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Strafprozessordnung § 127
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Strafgesetzbuch § 32
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Strafgesetzbuch § 34
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz § 19
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- General Data Protection Regulation, Articles 5, 6, 13, 29 and 32
European Union · 2026-09-20
- Orientierungshilfe Videoüberwachung durch nicht-öffentliche Stellen
Datenschutzkonferenz · 2026-09-20
- Arbeitsschutzgesetz § 15
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Arbeitsschutzgesetz § 16
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Strafgesetzbuch § 323c
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Arbeitszeitgesetz § 4
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Arbeitszeitgesetz § 5
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Merkblatt zur Sachkundeprüfung, Bewertungsregeln ab 1. Juli 2025
IHK Hannover · 2026-09-20 · Aktuelle Bewertungsregeln ab 1. Juli 2025; frühere Angaben zur alten Prüfungsform im Dokument getrennt beachten.
- Waffengesetz § 28
Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz · 2026-09-20
- Erste Hilfe und Notruf
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe · 2026-09-20
Die Arbeitsszenen sind fiktive KI-Illustrationen für Get Licensed. Sie zeigen den jeweils bezeichneten Länderkontext.
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